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Machbarkeitsstudie zur Gewinnung spinnfähiger Ananasblattfasern im Norden Bangladeschs

Angesichts der steigenden Ressourcenknappheit bedarf es innovativer Lösungsansätze im Faserbereich, um nachhaltig optimierte textile Wertschöpfungsketten für die steigenden Anforderungen am Markt realisieren zu können. Zumeist missen Faserinnovationen jedoch eine echte Marktreife bzw. die Machbarkeit der Herstellung im industriellen Maßstab. Hier setzte das DBU geförderte Projekt an, das von der hessnatur stiftung in Zusammenarbeit mit verschiedensten Kooperationspartnern seit Ende 2019 umgesetzt wurde.

In Anbetracht der Marktrelevanz von Vlies- bzw. Verbundstoffen aus Abfallprodukten des Ananasanbaus zielte die Machbarkeitsstudie auf eine neue Innovation: spinnfähige Ananasblattfasern.

Fokussiert wurden unterschiedliche Wertschöpfungsketten, um eine spinnfähige Faser für die Weiterverwertung im textilen Kreislauf zu erhalten. Im Vordergrund stand die Evaluierung der Spinnfähigkeit des Rohmaterials sowie der Eignung verschiedenster Spinnverfahren, hier priorisiert das Baumwollspinn-verfahren.

Die Studie verfolgte dabei einen dualen Ansatz: eine Rohfaser aus Bangladesch zur Stärkung des dezentralen Anbaulandes und ein Ausspinnen nach europäischem Qualitätsstandard in mittelständischen Unternehmen. Hierzu besuchten wir gemeinsam mit unserem Kooperationspartner Consulting Service International Ltd. bereits vorab des Projektes die Ananasanbauregion und Verarbeitungsbetriebe in Rangpur, Bangladesch.

Mit erfolgreichem Abschluss der Studie im September 2021 kann festgehalten werden, dass eine spinnfähige Ananasblattfaser machbar ist. Diese kann insofern als eine Ergänzung zu den bisherigen marktrelevanten Fasern betrachtet werden. Die anwendungsorientierte Machbarkeitsstudie hat aufgezeigt, dass unterschiedliche Faser-Intim-Mischungen mit insbesondere zellulosischen Fasern eine breitere Verwendung der Ananasblattfaser für die Textil- und Bekleidungsindustrie zulassen. Insofern eignen sich Ananasblattfasern für die Herstellung von beispielsweise Taschen, groben Heimtextilien (Flachgewebe) sowie Jacken, Hosen und Jersey. Eine große Marktnachfrage nach Produkten aus Ananasblattfasern hat sich im Austausch mit
mittelständischen Unternehmen und Designern bestätigt.

Die hessnatur stiftung bedankt sich bei dem Fördergeber und allen Projektpartnern, die den Erfolg dieser Machbarkeitsstudie ermöglicht haben. Entscheidend wird sein, wie man das Potential zur Umwandlung der Produktion von Ananasblattfaser in einen Industriemaßstab nutzt.

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